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General Anzeiger
18.1.01
Bald regnen die "Sterntaler" auf ganz
Bonn herab SOZIALSPONSORING Endenicher Organisation weitet ihre
Arbeit aus.
Bilanz nach fünf Jahren Von Wenke
Böhm
ENDENICH. Am Anfang standen eine Idee,
ein rührendes Märchen und "nicht mal genug Geld
für eine Briefmarke". Gestern, knapp fünf Jahre
später, wartete der Vorstand des Vereins für Sozialsponsoring
"Sterntaler" mit einer erstaunlichen Bilanz und einer
kleinen Sensation auf: Bald sollen nicht mehr nur Endenicher und
Dransdorfer Kinder vom Geldregen profitieren, sondern Kinder aus
ganz Bonn.
Das entschieden die Mitglieder vor wenigen Tagen einstimmig. "Im
Sommer habe ich in Auerberg Kinder gesehen, die bei Regen unter
einem großen Schirm spielten. Und da dachte ich, eigentlich
müssten wir unsere Freizeiten auch in anderen Stadtteilen anbieten",
erzählte Vorsitzende Doris Meyer.
In den kommenden Monaten wollen die sieben Vorstandsmitglieder in
die Bonner Stadtteile ausschwärmen, und zwar zuerst dorthin,
wo die Not am größten ist.
Auf dem Programm stehen Gespräche mit Stadtteilvereinen, Jugendeinrichtungen
und - vor allem - möglichen Sponsoren. "Mit ihnen steht
und fällt unsere Arbeit, schließlich sind wir auf das
Geld angewiesen", so Meyer. Dass es mehr kosten wird, auch
bedürftigen Kindern in anderen Stadtteilen zu helfen, steht
außer Frage. Dennoch ist Vorstandsmitglied Martina Horlitz
zuversichtlich.
"Es gab schon öfter Anfragen von Geschäftsleuten,
die Projekte in ihrem Stadtteil unterstützen wollten. Ich bin
überzeugt, dass wir neue Sponsoren finden, wenn wir die Arbeit
ausdehnen. Zumal wir auch bekannter werden." Dennoch sei
klar, dass sie nicht direkt von Null auf Hundert beschleunigen könnten,
betonten die Vorstandsmitglieder. In der Anfangszeit könnten
sie nur wenige Projekte unterstützen.
Die Auswahlkriterien würden noch festgelegt. Aber eines machte
Schirmherr Bill Mockridge sofort deutlich: "Wir unterstützen
erst dann, wenn alle öffentlichen Mittel ausgeschöpft
sind. Die Stadt soll nicht aus der Verantwortung genommen werden."
Egal, wie schnell die Hilfe in den anderen Stadtteilen anlaufe:
In Dransdorf und Endenich sollen keine Projekte gestrichen werden.
"Natürlich immer vorausgesetzt, die Sponsoren bleiben
uns treu", so Meyer. Die Bilanz der nun fast fünf
Jahre - im März 1995 wurde der "Sterntaler" aus der
Taufe gehoben - kann sich sehen lassen: In mehr als 800 Fällen
konnte der Verein Kindern helfen. Im vorigen Jahr flossen 35 000
Mark in die verschiedenen Projekte, 1999 waren es sogar 58 000 Mark.
Finanziell am aufwändigsten sind die Zuschüsse zu Freizeiten
und Klassenfahrten, die Lernförderung und die Essenzuschüsse.
Ferner fördert Sterntaler Psychomotorikkurse, Sprachtherapien
und Flötenunterricht, hat 92 Kinder in Notsituationen zum Beispiel
mit Kleidung und Nahrungsmitteln unterstützt. "Die
Freizeiten haben es mir besonders angetan. Es ist einfach toll,
wenn die Kinder so begeistert ihre neugewonnenen Eindrücke
schildern", so Mockridge.
Weitere Informationen bei Doris
Meyer unter der Rufnummer
0228/98 92 750.
Spendenkonto: Nr. 331 06 61, Sparkasse
Bonn, BLZ 380 500 00.
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