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General Anzeiger
3.7.04
Kulturen wachsen zusammen
INTEGRATION Computerclub in
der Marienschule als Treffpunkt für Groß
und Klein Von Ayla Jacob
NORDSTADT. Rosen, Sonnenblumen
und selbstgestaltete Hefter: Das alles überreichen
Kinder in der Marienschule Bill Mockridge, Schirmherr von
Sterntaler, und Doris Meyer, Vorsitzende des Vereins. "Mit
den
Geschenken wollen wir danke sagen", so Ingrid Kansy, Direktorin
der
Grundschule. Danke für 600 Euro, die Sterntaler der Schule
für den
neuen Computerclub come-IN gespendet hat.
Der im März eröffnete Computerclub soll ein interkultureller
Treffpunkt werden. Die Schüler der Marienschule stammen aus den
unterschiedlichen Kulturen. "Leider leben sie in der Altstadt eher
neben-, als miteinander", bedauert die Direktorin. Die einzelnen
Gruppen bleiben unter sich und sprechen hauptsächlich ihre
Muttersprache, so Kansy. Dadurch könnten sich Sprachprobleme und
mangelnde kulturelle Integration ergeben. Come-IN soll das ändern: Der
Computerclub ist für Schüler, Eltern und auch Ehemalige der Schule
gedacht. So kommen die Eltern miteinander in Kontakt und dienen ihren
Kindern als Vorbild für die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens.
Alle zusammen verwirklichen die unterschiedlichsten Projekte. "Jeder
macht das, was ihm gefällt. Das ist wichtig, sonst wird das Angebot
nicht angenommen", sagt Astrid Keller-Garbe, Mitinitiatorin von
come-IN. Es gibt Lernspiele wie "Löwenzahn", Jugendliche lernen
Bewerbungen zu schreiben, die Schüler können aber auch Dinge für
den Unterricht vorbereiten.
In Arbeit ist jetzt das "Stadtteilprojekt": Eltern und Kinder
erstellen zusammen ein Profil der Altstadt, das auf einer Homepage für
alle zugänglich sein wird. "Einwanderer und Deutsche sollen ihre
Geschichte und die ihres Hauses erzählen. Die Frage ist: Wo sind
unsere Wurzeln", so Keller-Garbe. Oder das Türkeiprojekt: Deutsche
und
Türken kreieren gemeinsam eine Homepage über die Türkei.
"Es geht um Lernen zwischen Kulturen und Generationen", sagt Kansy.
Der Club ist mittwochs von 17 bis 19 Uhr geöffnet, eingeladen sind
alle Altstädter, die Lust haben, gemeinsam zu lernen und zu spielen."
Wenn sich das Projekt einspielt, werden die Öffnungszeiten
verlängert", so Kansy. Bisher ist sie mit dem Zulauf zufrieden: 15
bis
20 Kinder und Erwachsene kommen regelmäßig. Das liegt nicht zuletzt
am
Zusatzprogramm: Ausländischen Müttern mit Sprachproblemen erteilt
Barbara Hoffmann Deutschunterricht, kleine Kinder werden von der
türkischen Kindergärtnerin Gül Yamann betreut. "Unser Geld
ist hier
super angelegt, Kulturen und Generationen wachsen zusammen", stellt
Doris Meyer zufrieden fest.
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